Was ist das eigentlich für ein Gefährt, mit dem ich da unterwegs bin? Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein dreirädriges Liegerad. Nein, Moment mal, eher wie ein Handbike. Hm, oder doch wie eine Kreuzung aus beidem.

Das Berkelbike verfügt über eine sehr durchdachte Mechanik. Es kann, wie ein normales (Drei-)Rad, mit den Fußpedalen angetrieben werden. Alternativ kann man auch mit Hilfe der Handkurbel vorwärts kommen. Das ist in meinem Fall besonders praktisch, wenn z.B. an einer Steigung die Kraft der Beine nicht mehr ausreicht.

Beim Fahren werden die Beine grundsätzlich mitbewegt, selbst ohne aktives Treten. Das ist eine prima Trainingsunterstützung und selbst für vollständig gelähmte Menschen eine gute Maßnahme, um beweglich zu bleiben. Die Wiederherstellung der motorischen Fähigkeiten kann von Patient zu Patient sehr verschieden passieren. Die zwangsweise, vollständige Kreisbewegung ist hilfreich, wenn man nur bei einem Teil davon aktiv mithelfen kann, also z.B. ein Bein nur austrecken aber nicht gut beugen kann. Mit einem herkömmlichen Rad würde man so überhaupt nicht vom Fleck kommen. Das Berkelbike bringt mich gut voran und trainiert dabei gleich den ganzen Körper.

Es gibt eine Variante als Vorspannrad für einen herkömmlichen Rollstuhl (Berkelbike Connect), und das Berkelbike Pro, ein vollständiges Dreirad. Außerdem ist eine Heimtrainer-Variante erhältlich. Spannend finde ich auch die Zusatzausstattung mit funktionaler Elektrostimulation (FES). Damit können auch vollständig gelähmte Personen ihre eigenen Muskeln aufbauen und zum Radfahren nutzen. Leider wird das bei mir selbst aufgrund meiner Lähmungshöhe nie funktionieren. „Leider“ ist im Grunde das falsche Wort, denn meine Lähmungshöhe ist sehr tief und viele Fähigkeiten sind mir erhalten geblieben. Die fehlenden Reflexe (Reflexe werden für FES genutzt) bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich.

Kategorien: SportTour

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