20.07.
Aua. Das ist die treffende Zusammenfassung der letzten beiden Tage. Ich habe mir üble Nackenschmerzen eingefangen und mir ist auch klar, warum: das Brustschwimmen muss die Ursache sein. Das tut nicht nur weh sondern ärgert mich auch, weil ich meiner Meinung nach wirklich „schön“ geschwommen bin, mit konsequentem Ausatmen unter Wasser. Heute werde ich es also eher vorsichtig angehen und mich auf andere Schwimmarten beschränken.
Das Rückenschwimmen hat sich echt gut entwickelt und ich darf auch erste Übungen zum Kraulen machen. Danach spüre ich den Nacken doch ziemlich doll. Ich sehe es schon kommen, dass das übel ausgeht, nehme eine Schmerztablette und lege mich pessimistisch ins Bett.

21.07.
Morgens wache ich ohne Verspannungen auf. Den ganzen Tag warte ich auf die befürchtete Verschlimmerung, aber sie bleibt aus. Es wird sogar kontinuierlich besser. Morgen kann ich wieder ins Wasser, prima.
Später am Tag telefoniere ich mit Benjamin Lenatz. Er ist auch Paratriathlet in der Rollifahrer-Klasse und war sogar im Nationalkader, bevor er den Leistungssport wegen Krankheit pausieren musste. Aus Springerkreisen bin ich ja gewohnt, dass dort Status und herkömmliche Hierarchien nicht gelten. Aber in diesem komplett neuen Umfeld fühlt es sich noch komisch als Anfängerin gleich mit den Top-Leuten Kontakt aufzunehmen. Zum Glück merke ich gleich, dass Benny ein ganz normaler Mensch geblieben ist. Er hilft mir gerne weiter, vermittelt weitere Kontakte und gibt mir Ratschläge, wie ich an Equipment kommen könnte und in die unbekannteste Disziplin, das Rennrollstuhlfahren, reinfinden könnte. Als Fazit rät er mir, die Sache lieber groß aufzuhängen und auf Sponsorensuche zu gehen.
Also, liebe Sponsoren: vielleicht liest ja schon der ein oder andere mit und denkt sich gerade: ‚hey, das ist genau DAS coole Projekt, auf das ich die ganze Zeit gewartet habe‘. Meldet euch und seid von Anfang an dabei, das wird richtig gut!

22.07.
Das Ersatzteil fürs Berkelbike ist da! Die Vorstellung, bald wieder auf meinem geliebten Rad unterwegs zu sein macht mich so aufgeregt, dass ich für den Rest des Tages nur noch ein Tempo kenne: Vollgas! Zuerst wird das Rad zur Reparatur gebracht (ja, ich fahre diese letzte Strecke mit dem kaputten Teil und es rattert ganz komisch, aber ich komme an). Der Rückweg gestaltet sich nicht weniger sportlich, zu Fuß zur Haltestelle, umsteigen, zu Fuß nach Hause. Fehlt nur noch die dritte Disziplin. Ok, die Reihenfolge stimmt noch nicht ganz. Ein Geistesblitz gibt mir ungeahnte Möglichkeiten, stressfrei kraulen zu lernen: ich schwimme mit Schnorchel. So können wir das schwierige Atmen erstmal ausklammern und ich kann mich ganz auf den Bewegungsablauf konzentrieren. Am Ende des Trainings ist Sophie glücklich und ich natürlich auch.

23.07.
Endlich wieder ein warmer Tag. Nachmittags bin ich mit dem Sohn im Freibad. Etwas plantschen, Picknick, andere Familien treffen. Später kommt noch Sandro und ich kann ein paar Bahnen schwimmen. Nach kurzer Zeit im Wasser wittere ich eine Chance, auf die ich insgeheim schon hinfiebere, seit ich versuche, schwimmen zu lernen. Die Chance kommt in Gestalt der Schwimmerin auf der Bahn nebenan. Sie schiebt sich gemächlich brustschwimmend vorwärts. Mit normalem Beinschlag, also ist sie aus Rollifahrer-Sicht eine Fußgängerin. Ich arbeite mich an sie heran, konzentriere mich auf einen gleichmäßigen, kräftigen Armzug, und dann bin ich auch schon vorbei. Ha! Hab ich doch glatt eine Fußgängerin überholt!
Hey, was heißt da, die war ja viel älter, andere Schwimmart, ich hatte den Schnorchel, sie ist insgesamt viel weiter geschwommen und überhaupt, das war ja gar kein Rennen?
FUẞGÄNGERIN ÜBERHOLT!

25.07.
Mein Rad ist gestern fertig geworden und so kann ich die Woche mit einer lockeren, mittellangen Berkelbike-Runde abschließen.


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