Heute morgen wurde es spannend. Würde der Defekt am Rad reparabel sein? Abends musste ich für die Lesung rechtzeitig in Köln sein. Einige Alternativen wurden durchgespielt, ich rechnete damit, in schlimmsten Fall die Strecke mit dem Zug zurückzulegen. Doch zunächst war Optimismus gefragt. Es gab den Verdacht, dass ein bestimmter Federring am falschen Platz sein könnte.

Louise und Ludwig hatten mir einen Fahrradladen in der Nähe empfohlen. Bei Velo City traf ich tatsächlich auf richtig nette und hilfsbereite Leute, die alles dafür taten, meine Weiterreise zu ermöglichen. Die gute Nachricht: besagter Federring wurde gefunden, und zumindest das vorwärtsfahren ging danach wieder einigermaßen gut. Allerdings schien das Problem hauptsächlich den unzugänglichen Freilauf zu betreffen. Da ließ sich nichts machen. Ein Telefonat später mit Berkelbike war klar, Frans würde sich auf den Weg zu mir machen mit dem Ersatzteil. Derweil fuhr ich schonmal los, mit einem mulmigen Gefühl, wie weit das Rad wohl noch durchhalten würde.

Die Radweg Beschilderung wechselte von grün auf rot.

Pause am Fährpavillon. Als ich weiterfahren wollte, bekam ich einen kurzen Schreck. Geht die Kurbel auf einmal gar nicht mehr? Ach nein, es war nur die Kette ab. Das war noch einfach lösbar.

Der Jetski Fahrer ist hier nur als Punkt zu erkennen. Sah nach Spaß aus.

Hier bloß nicht falsch abbiegen …

Kurz darauf meldete sich Frans, der ganz in der Nähe war. Wir es der Zufall wollte, sprang auch wieder die Kette runter. Irgendetwas mussten wir heute morgen übersehen haben, ich hatte die zweieinhalb Wochen überhaupt kein Problem. Ich stand also irgendwo im Niemandsland auf einen Radweg am Rhein und hatte keine Lust mehr …

Als ich Astrid traf, die mich rettete. Sie half beim navigieren, schob mich den Deich hoch, ließ es sich nicht nehmen, mir das Leben angenehm zu machen mit einer richtigen Toilette und stellte sicher, dass Frans auch wirklich vorbeikam.

Die Reperatur war erfolgreich, ich konnte mich wieder auf den Weg machen. Noch 24 km lagen vor mir. War das machbar in den drei Stunden, die mir blieben? Eine war sicher, ich musste Gas geben.

Das tat ich dann auch. Astrid hatte mich schon gewarnt, dass die nächsten Kilometer hässlich werden, überall chemische Industrie.

Zum Glück ging es gut voran.

Noch mehr Chemie.

Bin ich im Kreis gefahren? Einen fast gleich aussehenden Weg gibt es im Karlsruher Schlosspark.

Gerade rechtzeitig um kurz nach sechs war ich in Köln.

Die Lesung in der Musikschule Hürth war auch für mich etwas ganz besonderes. Zwei junge Talente, Vincent und Lennart, machten zwischen den Kapiteln wunderbare Musik. Danke an den Mitveranstalter Ruddi Sodemann und die Schirmfrau Claudia Breuer.


2 Kommentare

Astrid · 24. September 2018 um 12:44

Die unerwarteten Begegnungen sind häufig die schönsten! Du hast mich sehr inspiriert, liebe Susanne. Ich wünsche dir stets eine Handbreit Wind um die Ohren 🙂

Herzliche Grüße
Astrid

Gert Wiedemnn · 22. September 2018 um 07:00

Liebe Susanne
wow, das war ja ein Abenteuer! Ja, und echte Unterstützung zeigt sich bei Pannen. Unser Frans ist ein echter Dreirad-Engel und ich freue mich, daß er helfen konnte. Vielen Dank für seinen Einsatz!

Liebe Grüße
Gert Wiedemann, Alb-Store

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.