Gestern Abend in Mainz habe ich mich mit Ruth getroffen, die ab hier ein paar Etappen mitfahren wird. Sie hat ein ganz ähnliches Handicap wie ich – und kann auch ähnlich gut laufen, wobei ich gerade zögere, uns in irgendeiner Weise zu vergleichen. Obwohl wir beide einen inkompletten Querschnitt haben uns in ähnlichem Tempo laufen können, ist das Gangbild sehr verschieden. Es zeigt sich doch immer wieder, wir unterschiedlich die Folgen der fast gleichen Verletzung sein können, und wir individuell deswegen das richtige Training sein muss. Das sind schwierige Voraussetzungen für aussagekräftige Studien und für die herkömmliche Reha, die doch so gerne Krankheitsbilder in Schubladen packt, um dann nach festgelegten Normen zu behandeln.

Ruth fährt mit einem Handbike. Heute blieb die Elektro Unterstützung größtenteils aus.

Um auf Mainz heraus zu kommen, mussten wir zunächst kilometerlang ein nicht besonders einladendes Industriegebiet durchqueren. Man beachte auch die mitten auf dem Weg gepflanzten Bäume.

An dieser Brückenbaustelle trafen wir auf einen sehr netten Einheimischen, der zunächst sicherstellte, dass wir den steilen Schotterweg wieder hochkamen und uns danach noch ein Stück begleitete und navigierte.

Endlich ging es raus aus der Stadt in die Natur.

Und bald waren wir am Rhein.

Am Rheinufer legten wir dann auch eine längere Mittagspause ein. Es gab eine sehr lecker und reichlich belegte Pizza.

Ortseingang von Ingelheim. Seit ich mit dass heutige Höhenprofil angeschaut hatte, hatte ich großen Respekt vor dem angekündigten „Berg“. Nachdem wir die Strecke etwas anders wähtlen (länger aber flacher und landschaftlich schöner), blieben immerhin noch 68 Höhenmeter übrig in Ingelheim.

Nach dieser ersten Steigung dachten wir noch, das schlimmste schon geschafft zu haben.

Aber wir hatten noch einen mächtigen Hügel vor uns. An dem Mäuerchen ist ganz gut zu erahnen, in welchem Winkel es nach oben ging.

Oben erwartete uns ein schöner Ortskern …

… Mit einer grandiosen Aussicht und dem großartigen Gefühl, aus eigener Kraft den Berg erklommen zu haben.

Wenig später trafen wir auf unseren Gastgeber Stefan, selbst ein leidenschaftlicher Radfahrer und geübter Warmshowers Gastgeber. Wir haben uns pudelwohl bei ihm gefühlt.

Am frühen Abend stand Mal wieder eine Lesung auf dem Plan, diesmal in Mehrgenerationenhaus. Der Ort gefällt mir mit den vielen Kinder-Spielecken und den vielfältigen Freizeitangeboten. Es war nur eine kleine Gruppe heute gekommen, dafür waren alle, die da waren, näher am Geschehen und es ergaben sich inspirierende Gespräche.

Den Abend verbrachten wir dann auf Stefans Balkon mit ähnlichen inspirierenden Gesprächen, einer Flasche gutem Ingelheimer Rotwein und einem farbenfrohen  Sonnenuntergang.


1 Kommentar

Wilfried WEISS · 12. September 2018 um 13:58

DANKE Susanne für den informativen und intensiven Abend.

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